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Alt 15.09.2008, 11:42
Tanjamutti
 
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Hallo,

also ganz kurz...

zu 1. Um keinen Machtkampf zu provozieren hätte ich ganz fröhlich gesagt, dass ich das eklig finde und ihm ein Schälchen gegeben. "Schau mal, entweder spuckst Du das in Richtung Fußboden oder hier hinein." Vielleicht hätte das schon geklappt, weil er dann eine Wahl gehabt hätte, sich also nicht entmachtet fühlen muss. Wenn das nicht geklappt hätte, hätte ich ihn noch einmal darum gebeten, dann gedroht die Tomaten weg zu nehmen und dann die Tomaten weg genommen. Meine Tochter hätte dann auch mit "Blöde Mutter" reagiert und wäre vermutlich von selber gegangen. Wäre sie nicht gegangen hätte ich gesagt "Komm mal bitte mit, ich muss mal mit Dir reden" und ihr unter 4 Augen erklärt, dass ich verstehe, dass Ihr das fürchterlich viel Spaß gemacht hat und sie somit sauer ist, dass ich die Tomaten weg genommen habe. Dass es aber gerade für den Besuch eklig ist und dass ich es nicht schön finde als blöde Mama bezeichnet zu werden, dass ich sie nicht blöde finde, auch wenn sie mich gerade blöd findet und dass das mit dem Gespucke einfach nicht toll ist.

Dann hätte ich ihr die Wahl gelassen, ob sie weiterhin am Tisch sein möchte, ohne spucken oder sich lieber in ihr Zimmer zurück zieht.


Was die anderen Eltern denken, muss einem einfach egal sein. Als meine Tochter hier mal Theater machte, weil ein Besuchskind tierisch genervt hat (sie wollte mich was fragen und die andere hat sich permanent eingemischt), da fanden die Eltern des anderen Kindes meine Tochter unmöglich und meine ruhige Haltung auch. Der Vater warf mir wirklich vor, dass das von dem ganzen Montessoriquatsch kommt. Das ist jetzt 7 Monate her. Die Leute kamen nie wieder zu Besuch. Na denn eben nicht...!


Im Grunde genommen versuchen wir aber solche Situationen von vorn herein zu verhindern, indem Kinder hier bei Besuch nicht still am Tisch sitzen müssen. Solche Situationen entstehen ja oft aus Langerweile. Wir haben so z.B. zum Abendbrot schon früh das sogenannte "Laufbrot" entwickelt. (Man kommt mal vorbei und holt sich was vom Tisch...)


zu 2. Ich hätte die Kinder plantschen lassen und der Mutter gesagt, dass ihr noch tolle warme Wechselsachen für ihr Kind habt und Du auch gleich einen warmen Tee kochen wirst. Nach meinem Empfinden wäre somit die richtige Handlungsweise Weiterspielenlassen gewesen. Gerade bei Spielen mit Wasser machen Kinder so reichhaltige Erfahrungen, die mehr wert sind, als eine nichtlaufende Nase. Die andere Mutter hätte da durch gemusst oder gehen müssen. Bei mir bestimme ich die Regeln und die heißen, dass ich mich zurück halte und nur im Notfall eingreifen würde, wenn die Kinder beim Spielen ernsthaft gefährdet sind. Wasser hat so eine Faszination, ich glaube Kinder können damit gar nicht nur ein bisschen spielen....

Was Ihr gemacht habt war ein eindeutiger Machtkampf, ausgelöst durch intolerante und ängstliche Erwachsene. Die Kinder wollten nur ihren Spaß haben.

LG Tanjamutti
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